Was ist das Craniosacrale System?

Das Craniosacrale System ist ein wichtiger Teil des Körpers, der das Gehirn, das Rückenmark und die umgebenden Strukturen umfasst. Es spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit, da es mit dem Nervensystem, dem Muskel-Skelett-System, dem Lymph- und Hormonsystem verbunden ist.

Bestandteile des Craniosacralen Systems:

Cranium (Schädel) – Beinhaltet das Gehirn, die Hirnhäute und die Gehirnflüssigkeit (Liquor).

Wirbelsäule & Rückenmark – Der Liquor fließt durch das Rückenmark und versorgt das zentrale Nervensystem.

Dura Mater (harte Hirn- und Rückenmarkshaut) – Diese schützt das Gehirn und das Rückenmark und beeinflusst die Beweglichkeit des Körpers.

Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit) – Sie sorgt für die Ernährung und den Schutz des Nervensystems und erzeugt einen rhythmischen Puls im Körper.

Sacrum (Kreuzbein) – Das Kreuzbein bildet das untere Ende des Systems und ist über die Dura Mater mit dem Schädel verbunden.

Funktion des Craniosacralen Systems:

  • Reguliert das Nervensystem und die Selbstheilungskräfte.
  • Beeinflusst Haltung, Bewegung und emotionale Gesundheit.
  • Steuert den Fluss der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit, die das Nervensystem nährt und schützt.

Was ist der Craniosacrale Puls?

Der craniosacrale Puls, auch Primär-Respiratorischer Rhythmus (PRR) genannt, ist eine subtile, rhythmische Bewegung im Körper, die unabhängig von Atmung oder Herzschlag existiert. Er entsteht durch die Produktion und Zirkulation der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) im Craniosacralen System.

Merkmale des Primär-Respiratorischen Pulses:

🔹 Unabhängig von Herz- und Atemrhythmus
🔹 Langsam & subtil – ca. 6–12 Zyklen pro Minute
🔹 Spürbar im ganzen Körper – besonders am Schädel, entlang der Wirbelsäule und am Kreuzbein

Wie entsteht der PRR?

Liquor-Produktion & Druckveränderung

Der Liquor wird in den Gehirnventrikeln produziert und zirkuliert entlang des Rückenmarks.

Dadurch entstehen rhythmische Druckwellen, die das gesamte System beeinflussen.

Bewegung der Schädelknochen & Membranen

Die Schädelknochen sind minimal beweglich und reagieren auf diesen Rhythmus.

Die Hirnhäute (Dura Mater) übertragen die Bewegung auf die Wirbelsäule und das Kreuzbein.

Der Illio-lumbal-Bereich (L5/S1)

Der Ilio-Lumbal-Bereich (Übergang zwischen Lendenwirbelsäule und Becken) ist in der Craniosacralen Arbeit besonders wichtig, weil er eine zentrale Rolle für Stabilität, Bewegung und Energiefluss im Körper spielt.

Warum ist dieser Bereich so bedeutsam?

L5/S1 stellt die Verbindung zwischen Ober- und Unterkörper dar. Die Lendenwirbelsäule (LWS) und das Becken sind eine zentrale Achse für Haltung und Bewegung.

Spannungen oder Blockaden hier können den gesamten Körper beeinflussen.

Einfluss auf das Nervensystem:

In diesem Bereich verlaufen wichtige Nervenstrukturen (z. B. der Plexus lumbosacralis), die Beine, Organe und das Becken versorgen. Verspannungen können Schmerzen, Verdauungsprobleme oder emotionale Dysbalancen verursachen.

Verbindung zum Craniosacralen System:

Das Kreuzbein (Sacrum) ist über die Dura Mater direkt mit dem Schädel verbunden. Spannungen im Ilio-Lumbal-Bereich können die freie Bewegung des Craniosacralen Rhythmus beeinflussen.

Speicherung von Emotionen & Stress:

Der Psoas-Muskel, die Gluteal-Region, die hier verlaufen, sind eng mit dem Flucht-Kampf-Reflex verbunden. Traumata oder chronischer Stress können hier gespeichert sein und Beschwerden auslösen.

Auswirkungen auf Haltung & Schmerzgeschehen:

Fehlhaltungen oder ein blockierter Ilio-Lumbal-Bereich können Rückenschmerzen, ISG-Probleme oder Beckenschiefstände verursachen.

Durch Craniosacrale Techniken kann dieser Bereich energetisch gelöst und harmonisiert werden.

C0/C1 - der Atlanto-Okzipitalbereich

Die Schädelbasis (CO/C1 – Atlanto-Okzipitalgelenk) ist in der Craniosacralen Arbeit besonders wichtig, weil sie eine Schaltstelle zwischen Kopf und Körper darstellt. Dieser Bereich beeinflusst das Nervensystem, den craniosacralen Rhythmus und die gesamte Körperhaltung.

Warum ist CO/C1 so bedeutend?
Als Verbindung zwischen Gehirn & Körper, bildet dieser Bereich an der Schädelbasis den Übergang zwischen dem Schädel (Os Occipitale) und der ersten Halswirbel (Atlas, C1).

Hier tritt das Rückenmark aus dem Schädel aus und verbindet das zentrale Nervensystem mit dem restlichen Körper.

Einfluss auf das Nervensystem:

In diesem Bereich verläuft auch der Vagusnerv (Nervus Vagus), der für Entspannung, Verdauung und Herzfrequenzregulation zuständig ist. Spannungen oder Fehlstellungen hier können Stressreaktionen, Kopfschmerzen oder vegetative Dysbalancen auslösen.

Wichtige Blut- & Liquorzirkulation:

Die Schädelbasis ist entscheidend für den Liquorfluss zwischen Gehirn und Rückenmark. Einschränkungen können den craniosacralen Rhythmus stören und Kopfdruck, Migräne oder Konzentrationsprobleme verursachen.

Beeinflussung der gesamten Körperhaltung:

Fehlstellungen von C0/C1 wirken sich auf die gesamte Wirbelsäule aus und können Nacken-, Rücken- oder Beckenschiefstände begünstigen. Eine sanfte energetische Korrektur kann die Statik des gesamten Körpers verbessern.

Emotionale & Traumatische Speicherungen:

Dieser Bereich kann Spannungen durch Geburtstraumata, Stürze oder emotionale Belastungen speichern. Durch craniosacrale Techniken können tiefe Entspannung und emotionale Entlastung ermöglicht und begünstigt werden.

Was ist die Duralmembran?

Die Duralmembran (auch Dura Mater genannt) ist die äußerste und stabilste Hirnhaut, die das Gehirn und das Rückenmark umhüllt und schützt. Sie spielt eine zentrale Rolle in der Craniosacralen Arbeit, da sie den craniosacralen Rhythmus überträgt und Spannungen im gesamten Körper beeinflussen kann.

Aufbau & Funktion der Duralmembran

Schutz des Nervensystems: Die Dura Mater umschließt das Gehirn, das Rückenmark und die Nervenwurzeln und schützt sie vor äußeren Einflüssen.

Verbindung zwischen Schädel & Kreuzbein: Die Duralmembran erstreckt sich vom Schädel (Cranium) bis zum Kreuzbein (Sacrum) und ist über die Wirbelsäule gespannt. Spannungen in einem Bereich (z. B. Kopf oder Becken) können sich auf den gesamten Körper auswirken.

Beeinflussung des Craniosacralen Rhythmus: Die Dura Mater reguliert den Fluss der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis).

Einschränkungen oder Blockaden können den craniosacralen Puls und das Nervensystem beeinflussen.

Zusammenhang mit Fehlhaltungen & Schmerzen: Fehlhaltungen, Stress oder Verletzungen können Spannungen in der Dura Mater erzeugen. Dies kann Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, ISG-Probleme oder sogar emotionale Dysbalancen verursachen.

Speicherung von Traumata & Emotionen: Die Dura kann emotionale oder physische Traumata „speichern“ (z. B. durch Geburtstraumata, Unfälle oder Stress). Sanfte craniosacrale Techniken helfen, diese Spannungen zu lösen und die natürliche Beweglichkeit auf tiefster Ebene wiederherzustellen.

Die Reziproke-Spannungsmembran

Die Reziproke Spannungsmembran (RSM) ist ein dynamisches Membransystem innerhalb des Craniosacralen Systems, das für Spannungsausgleich, Stabilität und Beweglichkeit der Schädelknochen sorgt.

Die RSM besteht aus drei wichtigen inneren Hirnmembranen:

  1. Falx cerebri – Trennt die beiden Gehirnhälften (zwischen den Großhirnhälften).
  2. Falx cerebelli – Trennt die beiden Kleinhirnhälften.
  3. Tentorium cerebelli – Trennt das Großhirn vom Kleinhirn.

Diese Membranen sind Teil der inneren Dura Mater, also der inneren Schicht der harten Hirnhaut.

Funktion der Reziproken Spannungsmembran

  • Sorgt für Balance und Spannungsausgleich im Schädel.
  • Unterstützt die Beweglichkeit der Schädelknochen durch feine Anpassungen.
  • Reguliert den Fluss der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor).
  • Schützt das Gehirn und das Nervensystem vor übermäßigen Spannungen oder Druck.

Warum ist die RSM in der Craniosacral-Therapie wichtig?

Spannungen in der RSM können durch Stress, Unfälle oder Geburtstraumata entstehen. Einschränkungen in diesem System beeinflussen den craniosacralen Rhythmus und können Symptome wie Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme oder emotionale Dysbalancen verursachen. Sanfte craniosacrale Techniken helfen, Spannungen zu lösen und die natürliche Bewegung wiederherzustellen.

Indikationen und Kontraindikationen

Die Craniosacrale Arbeit kann bei einer Vielzahl von Beschwerden helfen, da sie das Nervensystem reguliert, Spannungen löst und die Selbstheilungskräfte aktiviert.

  • Stress & emotionale Belastung (Burnout, Schlafstörungen, innere Unruhe)
  • Kopfschmerzen & Migräne
  • Nacken- & Rückenschmerzen (Verspannungen, ISG-Probleme, Skoliose)
  • Kieferprobleme (CMD) & Zähneknirschen
  • Verdauungsprobleme (z. B. Reizdarm, nervöse Beschwerden)
  • Geburtstraumata bei Babys & Müttern
  • Schwindel & Tinnitus
  • Konzentrationsstörungen & ADHS
  • Regeneration nach Operationen oder Unfällen
  • Trauma- und Stressbewältigung

❌ Kontraindikationen (Wann ist Craniosacrale Therapie nicht oder nur mit Vorsicht anzuwenden?)

Obwohl die Craniosacrale Arbeit sehr sanft ist, gibt es bestimmte Situationen, in denen sie nicht oder nur mit ärztlicher Rücksprache angewendet werden sollte.

Grundsätzlich gibt es folgende absolute und relative Kontraindikationen (keine Anwendung!):

  • Akute Hirnblutungen oder Schädel-Hirn-Trauma
  • Frische Schlaganfälle oder Thrombosen
  • Schwere Infektionen im Zentralnervensystem (z. B. Meningitis)
  • Schwere psychotische Zustände
  • Schwere Osteoporose → Risiko von Knochenbrüchen
  • Schwangerschaft in den ersten Monaten (bei Risikoschwangerschaft)
  • Hirndruck oder erhöhtes Risiko für Blutungen

Craniometrische Punkte

Craniometrische Punkte sind spezifische anatomische Referenzpunkte am Schädel, die in der Craniosacralen Arbeit, der Anthropologie, der Medizin und der Forensik genutzt werden. Sie helfen, die Position und Beweglichkeit der Schädelknochen zu beurteilen und dienen als Orientierung.

Wichtige Craniometrische Punkte in der Craniosacralen Arbeit sind:

🔹 Bregma – Schnittpunkt von Stirnbein (Os frontale) und Scheitelbein (Os parietale),
🔹 Lambda – Kreuzungspunkt von Scheitelbein (Os parietale) und Hinterhauptsbein (Os occipitale)
🔹 Pterion – Verbindungspunkt von Stirnbein, Schläfenbein, Keilbein und Scheitelbein,
🔹 Asterion – Kreuzungspunkt von Hinterhauptsbein, Scheitelbein und Schläfenbein, nahe an wichtigen Hirnhäuten (Reziproke Spannungsmembran).
🔹 Nasion – Verbindung zwischen Nasenbein (Os nasale) und Stirnbein, oft beeinflusst durch Kiefer- und Nasenspannungen.
🔹 Opisthion & Basion – Punkte an der Schädelbasis, die die Öffnung des Foramen magnum (Austrittsstelle des Rückenmarks) definieren.

Die Arbeit an den Craniometrischen Punkte ist wichtig für die Bewegung der Schädelnähte, beeinflusst den craniosacralen Rhythmus. und die Gehirndurchblutung.

Stillpoints

Ein Stillpoint (deutsch: „Stille-Punkt“) ist ein vorübergehender Stop des craniosacralen Rhythmus, der eine tiefe Entspannung und Selbstregulation im Körper ermöglicht.

Wie entsteht ein Stillpoint?

  • Natürlich – Der Körper kann spontan in einen Stillpoint gehen, wenn er zur Selbstheilung und Neuausrichtung übergeht.
  •  Induziert – Durch sanfte Techniken kann der Therapeut gezielt einen Stillpoint herbeiführen, um das System zu „resetten“.

Was passiert während eines Stillpoints?

  • Der craniosacrale Rhythmus pausiert, ähnlich einer tiefen Meditation.
  •  Das Nervensystem schaltet vom Sympathikus (Stress) in den Parasympathikus (Entspannung).
  • Die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) kann sich neu verteilen, was die Selbstheilung fördert.
  • Der Körper kann alte Spannungsmuster loslassen – sowohl physisch als auch emotional.

Woran erkennt man einen Stillpoint?

Der craniosacrale Rhythmus verlangsamt sich oder stoppt ganz. Der Klient fühlt sich tief entspannt, manchmal tritt ein Gefühl von „Schwerelosigkeit“ auf. Nach dem Stillpoint kommt oft eine Welle von Wärme oder Erleichterung.

Wozu wird ein Stillpoint genutzt?

  • Regeneration & Reset des Nervensystems
  •  Lösen von chronischen Spannungen & Blockaden
  •  Tiefe Entspannung & Stressabbau
  • Neuausrichtung des craniosacralen Systems

Nervensystem-Regulation

Die Craniosacrale Arbeit wirkt direkt auf das autonome Nervensystem (ANS), das sich in zwei Hauptbereiche unterteilt:

  1. Sympathikus (Kampf- oder Fluchtmodus) → aktiviert Stressreaktionen
  2. Parasympathikus (Ruhe- und Regenerationsmodus) → fördert Entspannung und Heilung

Ziel der Craniosacralen Arbeit ist es, das Nervensystem aus einem überaktiven Stresszustand (Sympathikus) in einen ausgeglichenen Zustand mit stärkerer parasympathischer Aktivität zu bringen.

Wie beeinflusst Craniosacrale Arbeit das Nervensystem?

Lösen von Faszienspannungen & Duralmembran-Entspannung

Die Dura Mater (äußere Hirnhaut) ist eng mit dem Nervensystem verbunden.

Spannungen in der Dura beeinflussen das Gehirn, das Rückenmark und den craniosacralen Rhythmus, was das Nervensystem dauerhaft in Alarmbereitschaft halten kann.

Durch sanfte Techniken kann sich die Dura entspannen, wodurch der Parasympathikus aktiviert wird.

Beeinflussung des Vagusnervs (Nervus Vagus)

Der Vagusnerv (Hauptnerv des Parasympathikus) reguliert Herzfrequenz, Atmung, Verdauung und Entspannung.

Spannungen an der Schädelbasis (C0/C1) und im Zwerchfell können den Vagusnerv blockieren und damit das Nervensystem aus dem Gleichgewicht bringen.

Durch sanfte Berührungen im Schädel-, Nacken- und Brustbereich kann die Vagusaktivität gesteigert werden → Tiefenentspannung tritt ein.

Harmonisierung des Craniosacralen Rhythmus (Primär-Respiratorischer Mechanismus)

Der craniosacrale Puls ist eng mit dem Liquorfluss und dem Nervensystem verbunden.

Blockaden in diesem Rhythmus können sich als Stress, Angst oder chronische Anspannung zeigen.

Durch gezielte craniosacrale Techniken wird dieser Rhythmus ausgeglichen → Das Nervensystem beruhigt sich und Selbstheilung wird aktiviert.

Induzierung eines Stillpoints

Ein Stillpoint (Stille-Punkt) ist ein vorübergehender Stopp des craniosacralen Rhythmus. Während dieser Pause kann das Nervensystem einen Reset durchführen, ähnlich wie ein tiefer meditativer Zustand. Nach einem Stillpoint tritt oft eine spürbare Erleichterung und Entspannung ein.

Was ist Neurozeption?

Neurozeption ist ein Begriff aus der Polyvagal-Theorie von Dr. Stephen Porges und beschreibt die unterbewusste Wahrnehmung von Sicherheit oder Gefahr durch unser Nervensystem – noch bevor wir bewusst darauf reagieren.

Unser Nervensystem scannt ständig die Umgebung (Menschen, Geräusche, Körpersprache usw.), um zu entscheiden, ob wir:

  • Sicher sind → Entspannung, Verbindung, soziales Verhalten (Parasympathikus – Vagusnerv)
  • In Gefahr sind → Kampf- oder Fluchtreaktion (Sympathikus)
  • Lebensbedrohung spüren → Erstarren, Dissoziation (Dorsaler Vagus)

Wie funktioniert Neurozeption?

Neurozeption passiert ohne bewusste Kontrolle, oft durch Sinnesreize (Tonfall, Gesichtsausdruck, Berührungen). Sie beeinflusst, ob wir uns in einer Situation entspannt, angespannt oder erstarrt fühlen.

Besonders Menschen mit Trauma oder chronischem Stress haben oft eine „fehlkalibrierte“ Neurozeption → Sie nehmen harmlose Situationen als bedrohlich wahr.

Zusammenhang mit Craniosacraler Arbeit:

Sanfte Berührungen & einfühlsame Präsenz können eine positive Neurozeption fördern.
Entspannung des Vagusnervs (z. B. durch Arbeit an der Schädelbasis und Zwerchfell) signalisiert dem Nervensystem Sicherheit.
Lösen von Faszienspannungen & Stillpoints helfen, unbewusste Stressmuster zu regulieren.
✅ Menschen mit Trauma oder chronischem Stress können so neu lernen, Sicherheit zu spüren.

Erdung, Getting in the Zone

Für die Craniosacrale Arbeit ist es von essentieller Bedeutung in welchem physischen, mentalen UND energetischen Zustand du bist. 

Denn Du berührst nicht nur mit den Händen. Du berührst mit allem was DU BIST. Immer. Deshalb ist craniosacrale Arbeit mehr als Berührung und erfordert ein hohes Maß an Ge-Erdet-Sein in dir. 

Das bedeutet nicht, dass Du immer gut drauf sein musst. Ganz im Gegenteil. Aber Du darfst lernen, in dir selbst zu beobachten was abläuft, bevor und während Du mit Klienten craniell arbeitest. 

Je besser Du in der Lage bist, dich in das zu Erden was gerade in dir ist, desto besser kannst Du andere Menschen co-regulieren und das ist ein wichtiger Faktor in der craniosacralen Arbeit. 

In dieser Ausbildung lernst und vertiefst Du daher viele Techniken, um bewusst "in deine Zone zu kommen" bevor du Menschen berührst und wie Du bei dir bleibst, während Du sie durch ihre Prozesse begleitest. 

Der Vagusnerv

Der Vagusnerv (Nervus Vagus) ist der zehnte Hirnnerv und der wichtigste Nerv des Parasympathischen Nervensystems. Er beeinflusst Atmung, Herzfrequenz, Verdauung, Entspannung und emotionale Regulation. In der Craniosacralen Arbeit spielt er eine zentrale Rolle, da er durch gezielte Berührungen beruhigt, reguliert und aktiviert werden kann.

Funktionen des Vagusnervs:

🧠 Regulation des autonomen Nervensystems (ANS) → Aktiviert den Parasympathikus („Ruhe- und Erholungsmodus“).
💓 Steuerung von Herz & Atmung → Senkt die Herzfrequenz und fördert eine ruhige Atmung.
🍽️ Beeinflussung der Verdauung → Fördert Darmbewegung, Nährstoffaufnahme & Entgiftung.
😌 Stressabbau & emotionale Regulation → Unterstützt ein Gefühl von Sicherheit & Wohlbefinden.
🗣️ Verbindung zwischen Körper & Gehirn → Spielt eine Rolle bei Sozialverhalten, Stimme & Gesichtsausdruck.

Wie beeinflusst die Craniosacrale Arbeit den Vagusnerv?

  • Schädelbasis (C0/C1) & Foramen Jugulare: Der Vagusnerv tritt durch das Foramen jugulare an der Schädelbasis aus. Spannungen in diesem Bereich (durch Stress, Trauma, Fehlhaltungen) können die Vagusfunktion blockieren. Sanfte craniosacrale Techniken lösen Verspannungen in der Schädelbasis und verbessern die Vagusaktivität.
  • Zwerchfell & Atmung: Der Vagusnerv verläuft durch den Brustraum & das Zwerchfell. Durch craniosacrale Atemarbeit kann das Zwerchfell entspannt und der Vagus stimuliert werden. Eine ruhige, tiefe Atmung aktiviert den Parasympathikus und reduziert Stress.
  • Stillpoints & Nervensystem-Regulation: Ein Stillpoint (Stille-Punkt) kann einen „Reset“ für das Nervensystem bewirken. Der Vagusnerv empfängt das Signal, dass Sicherheit besteht, was tiefe Entspannung auslöst.
  • Gesichts- & Kieferentspannung (Verbindung zu sozialen Nerven) Der Vagusnerv ist mit den Hirnnerven für Mimik & Stimme verbunden.

Spannungen in Kiefer, Zunge, Ohren & Kehlkopf können die Vagusfunktion beeinträchtigen. Craniosacrale Arbeit am Kiefergelenk, Zungenbein & Kehlbereich verbessert den Vagus-Tonus.

Wirkung der Vagus-Stimulation durch Craniosacrale Arbeit

Tiefenentspannung & Stressabbau
Verbesserte Verdauung & Stoffwechsel
Reduktion von Ängsten & emotionaler Anspannung
Bessere Schlafqualität
Lösung von Kiefer-, Nacken- & Verdauungsproblemen

Der Vagusnerv ist also ein essentieller Schlüssel zur Selbstregulation – und die Craniosacrale Arbeit kann ihn gezielt unterstützen.

Das Viszerocranium

Das Viszerocranium (Gesichtsschädel) ist der Teil des Schädels, der die Gesichtsstrukturen und die oberen Atemwege umfasst. Es steht in enger Verbindung mit der Atmung, dem Kiefer, dem Nervensystem und dem craniosacralen Rhythmus.

Anatomie des Viszerocraniums

Das Viszerocranium besteht aus mehreren Knochen, darunter:

🔹 Maxilla (Oberkieferknochen) – Verbindung zur Schädelbasis & wichtiger Einfluss auf die Kieferstellung
🔹 Mandibula (Unterkieferknochen) – Eng verbunden mit dem Kiefergelenk (TMJ) & Spannungen durch Stress
🔹 Os zygomaticum (Jochbein) – Einfluss auf Mimik & Spannungen im Gesicht
🔹 Os nasale (Nasenbein) & Os ethmoidale (Siebbein) – Wichtige Strukturen für die Atmung & den craniosacralen Rhythmus
🔹 Os sphenoidale (Keilbein) – Schlüsselknochen für die Verbindung zwischen Viszerocranium & Neurocranium (Gehirnschädel)

Bedeutung in der Craniosacralen Therapie

1️⃣ Zusammenhang mit dem Kiefergelenk (TMJ) & Stress

Spannungen im Kiefer (z. B. Zähneknirschen) beeinflussen den gesamten Schädel & können Kopfschmerzen, Tinnitus oder Verspannungen verursachen.

Durch sanfte craniosacrale Techniken am Kiefer kann das Nervensystem beruhigt werden.

2️⃣ Einfluss auf die Atmung & den Vagusnerv

Der Vagusnerv verläuft durch den Hals und ist mit Kehlkopf, Zunge und Atmung verbunden.

Blockaden im Viszerocranium, besonders im Nasenbereich, können die Atmung beeinträchtigen und das Nervensystem stressanfälliger machen.

3️⃣ Verbindung zum Neurocranium & zum craniosacralen Rhythmus

Das Viszerocranium ist über das Keilbein (Os sphenoidale) mit dem Neurocranium (Gehirnschädel) verbunden.

Fehlstellungen oder Blockaden im Gesichtsschädel können den craniosacralen Rhythmus stören.

4️⃣ Emotionale & energetische Bedeutung

Das Gesicht speichert oft emotionale Spannungen (z. B. unterdrückte Wut oder Trauer).

Sanfte Arbeit an den Gesichtsknochen kann emotionale Blockaden lösen und das Nervensystem regulieren.

Fazit: das Viszerocranium ist nicht nur für die Struktur des Gesichts, sondern auch für die Atmung, den Kiefer, das Nervensystem und emotionale Prozesse entscheidend. In der Craniosacralen Therapie kann die Arbeit am Gesichtsschädel tiefgehende körperliche und emotionale Veränderungen bewirken.

Stomatognates System

Das stomatognathe System umfasst u.a. die funktionelle Einheit aus Kiefer, Zähnen, Kaumuskulatur, Zunge, Kiefergelenk (TMJ) und dazugehörigen Nerven und Faszien. Es steht in direkter Verbindung zur Körperhaltung, dem Nervensystem und dem craniosacralen Rhythmus.

Bestandteile des Stomatognathen Systems

🔹 Kiefergelenk (Temporomandibulargelenk – TMJ) → Verbindung zwischen Unterkiefer & Schädelbasis
🔹 Kaumuskulatur (M. masseter, M. temporalis, M. pterygoideus) → Steuerung der Kieferbewegung
🔹 Zähne & Zahnstellung → Einfluss auf Biss & Körperstatik
🔹 Zunge & Zungenbein (Os hyoideum) → Einfluss auf Haltung, Schlucken & Atmung
🔹 Nerven (v.a. N. trigeminus & N. facialis) → Verbindung zum Gehirn & autonomen Nervensystem
🔹 Faszien & Muskeln des Nackens, Gesichts & Kopfes → Einfluss auf die gesamte Körperstatik

Bedeutung des Stomatognathen Systems für die Craniosacrale Arbeit & Gesundheit

1️⃣ Kiefergelenk & Nervensystem

Das Kiefergelenk ist über den Trigeminusnerv (N. trigeminus) mit dem Gehirn verbunden. Spannungen im Kiefer können Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, Schwindel & Stressreaktionen auslösen. Craniosacrale Arbeit kann Blockaden im Kiefer lösen und das autonome Nervensystem (ANS) beruhigen.

2️⃣ Einfluss auf die Körperhaltung

Fehlstellungen im Kiefer beeinflussen die Halswirbelsäule (C0-C2) und können zu Nacken- & Rückenschmerzen führen. Der Kiefer ist über Faszien mit der Wirbelsäule, dem Zwerchfell & Beckenboden verbunden → eine Fehlbelastung kann sich auf den gesamten Körper auswirken. Craniosacrale Techniken können helfen, das Zusammenspiel von Kiefer, Wirbelsäule & Fasziennetz wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

3️⃣ Verbindung zu Stress & Emotionen

Der Kiefer speichert oft emotionale Anspannung & Stress (z. B. Zähneknirschen bei innerem Druck). Über sanfte Berührungen kann sich der Kiefer entspannen, was eine tiefe parasympathische Entspannung auslöst. Stillpoints im Kieferbereich können helfen, alte emotionale Muster loszulassen.

4️⃣ Einfluss auf Atmung & Zungenfunktion

Die Zunge & das Zungenbein (Os hyoideum) spielen eine Rolle bei der Atmung, Haltung & dem Nervensystem. Fehlstellungen des Kiefers oder der Zunge können die Atmung beeinträchtigen und das Nervensystem in einen Dauerstresszustand versetzen. Craniosacrale Arbeit kann helfen, die Zungen- & Kieferfunktion zu harmonisieren, was die Atmung verbessert.

Fazit

Das stomatognathe System ist eine Schlüsselstruktur für die Gesamtgesundheit. Spannungen oder Fehlstellungen im Kiefer wirken sich auf den ganzen Körper, das Nervensystem, die Atmung & die Emotionen aus.
Die Craniosacrale Therapie kann durch sanfte Kiefer- & Schädeltechniken helfen, diese Blockaden zu lösen & die Selbstregulation des Körpers zu aktivieren.

Bauch-Sphinkter

Bauchsphinkter sind ringförmige Muskelstrukturen, die den Fluss von Nahrung, Flüssigkeiten und Verdauungssäften im Verdauungstrakt regulieren. Sie beeinflussen nicht nur die Verdauung, sondern haben auch eine enge Verbindung zum autonomen Nervensystem (ANS), der Faszienstruktur und der Körperhaltung – und sind damit ein wichtiges Thema in der Craniosacralen Therapie.

Wichtige Bauchsphinkter im Körper:

1️⃣ Ösophagussphinkter (oberer und unterer Speiseröhrenschließmuskel)

Oberer Sphinkter (M. cricopharyngeus): Steuert den Schluckvorgang.

Unterer Sphinkter (Cardia): Verhindert den Rückfluss von Magensäure (Reflux). Craniosacrale Bedeutung: Zusammenhang mit Stress, Vagusnerv & Zwerchfellspannung.

2️⃣ Pylorus (Magenpförtner): Kontrolliert die Magenentleerung in den Dünndarm. Craniosacrale Bedeutung: Relevanz bei Verdauungsbeschwerden, Stress & vegetativer Dysbalance.

3️⃣ Sphinkter Oddi (Gallengangsverschluss): reguliert die Abgabe von Galle & Pankreassaft in den Dünndarm. Craniosacrale Bedeutung: Blockaden können mit Leber-, Gallen- & Verdauungsproblemen zusammenhängen.

4️⃣ Ileozäkalklappe (Übergang Dünndarm → Dickdarm): verhindert den Rückfluss von Darminhalt in den Dünndarm. Craniosacrale Bedeutung: Dysfunktionen können zu Blähungen, Verdauungsstörungen & chronischer Müdigkeit führen.

Warum sind die Bauchsphinkter in der Craniosacralen Arbeit wichtig?

🔹 Verbindung zum autonomen Nervensystem

Bauchsphinkter werden vom Vagusnerv & sympathischen Nervensystem gesteuert. Craniosacrale Techniken helfen, das vegetative Gleichgewicht wiederherzustellen.

🔹 Fasziale & energetische Spannungsmuster lösen: Sphinkter sind in fasziale Netze eingebunden. Durch craniosacrale Techniken kann man Verspannungen lösen & die Verdauung unterstützen.

🔹 Emotionale & psychosomatische Aspekte: Bauchsphinkter speichern oft emotionale Spannungen (z. B. Angst, Kontrolle, Trauma). Die Craniosacrale Therapie hilft beim Loslassen von Stress & innerer Anspannung.

🔹 Zusammenhang mit der Körperstatik: Fehlspannungen in den Sphinktern beeinflussen Wirbelsäule, Becken & Zwerchfell. Durch craniosacrale Arbeit kann sich die gesamte Haltung verbessern.

Fazit

Die Bauchsphinkter sind mehr als nur Ventile im Verdauungstrakt – sie sind tief mit dem Nervensystem, der Faszienstruktur & emotionalen Mustern verbunden. In der Craniosacralen Arbeit kann ihre Regulation helfen, Verdauungsprobleme, Stressreaktionen & chronische Spannungen zu lösen.

Bauchnabel

Der Bauchnabel ist mehr als nur eine Narbe aus der Zeit der Nabelschnur – er ist ein fasziales, energetisches und nervales Zentrum, das tief mit der Verdauung, dem Nervensystem, den Faszien und der embryonalen Entwicklung verbunden ist. In der Craniosacralen Therapie kann die Arbeit am Bauchnabel helfen, physische, emotionale und energetische Blockaden zu lösen.

1️⃣ Anatomische & Energetische Bedeutung des Bauchnabels

🔹 Fasziales Zentrum: der Bauchnabel ist über die Linea Alba & das Peritoneum mit dem gesamten Körper verbunden. Faszialer Einfluss auf die Organe, das Zwerchfell und die Wirbelsäule.

🔹 Verbindung zum Nervensystem: der Bauchnabelbereich steht mit dem Solarplexus in Verbindung – einem wichtigen Zentrum des autonomen Nervensystems (ANS). Enge Verbindung zum Vagusnerv (wichtig für Entspannung & Verdauung).

🔹 Embryonale Prägung & Entwicklung:

Die Nabelschnur war in der Embryonalzeit der Hauptversorgungsweg. Prägungen aus der Geburt & pränatalen Erfahrungen sind hier oft gespeichert.

🔹 Emotionales Zentrum & Trauma-Speicher:

Der Bauchnabelbereich ist ein Speicher für Emotionen & alte Muster. Besonders bei Geburts- oder frühkindlichen Traumata kann eine sanfte craniosacrale Arbeit hier tiefgreifende Veränderungen bewirken.

2️⃣ Wirkung der Craniosacralen Arbeit am Bauchnabel

Lösung von Faszienspannungen & viszeralen Blockaden

Hilft bei Verdauungsproblemen (z. B. Blähungen, Verstopfung, Reizdarm). Entlastet Organe wie Magen, Darm, Leber & Blase.

Regulation des autonomen Nervensystems

Aktivierung des Parasympathikus (Vagusnerv) → tiefe Entspannung. Reduziert Stress, Angst & emotionale Anspannung.

Energetische & emotionale Integration

Kann helfen, frühkindliche Geburtsmuster & alte Emotionen zu transformieren. Verbindung zum Körper stärken → mehr Urvertrauen & Sicherheit im eigenen Sein.

Unterstützung der Körperhaltung & Zwerchfellatmung

Durch fasziale Entspannung kann sich das Zwerchfell freier bewegen, was die Atmung verbessert. Kann Spannungen im Rücken, Becken & Bauch lösen.

3️⃣ Wann ist die Bauchnabel-Arbeit besonders hilfreich?

🔹 Verdauungsprobleme & Spannungen im Bauchraum
🔹 Chronischer Stress, Nervosität & Trauma-Folgen
🔹 Blockaden im Zwerchfell & Atemprobleme
🔹 Geburts- & frühkindliche Traumata
🔹 Schwierigkeiten mit Selbstregulation & Urvertrauen

Die Craniosacrale Arbeit am Bauchnabel ist ein kraftvolles Werkzeug zur Lösung von Spannungen, zur Regulierung des Nervensystems & zur Integration von frühkindlichen Erfahrungen. Durch sanfte Berührungen kann tiefe Entspannung & Heilung auf mehreren Ebenen entstehen.

Selbstregulation

Selbstregulation bezeichnet die Fähigkeit des Körpers und des Nervensystems, sich selbst in Balance zu halten, auf Stress angemessen zu reagieren und sich aus eigener Kraft wieder zu regenerieren. Sie ist essenziell für Gesundheit, Resilienz und emotionale Stabilität.

Die Craniosacrale Arbeit unterstützt die Selbstregulation, indem sie durch sanfte Berührungen das autonome Nervensystem ausgleicht, Blockaden löst und den Körper in seinen natürlichen Rhythmus zurückführt.

1️⃣ Was bedeutet Selbstregulation?

Selbstregulation umfasst mehrere Ebenen:
🔹 Körperlich: Fähigkeit zur Anpassung an Veränderungen (z. B. Temperatur, Heilung nach Verletzungen).
🔹 Nervensystem: Regulation zwischen Anspannung (Sympathikus) & Entspannung (Parasympathikus/Vagusnerv).
🔹 Emotional: Angemessener Umgang mit Emotionen, Stress und Traumata.
🔹 Energetisch: Fähigkeit, sich zu regenerieren und Energiehaushalt zu regulieren.

Ist die Selbstregulation gestört, entstehen chronische Spannungen, Schmerzen, Erschöpfung oder emotionale Dysbalancen.

2️⃣ Bedeutung der Selbstregulation in der Craniosacralen Arbeit:

Nervensystem regulieren & in Balance bringen: Craniosacrale Techniken helfen, das autonome Nervensystem (ANS) auszugleichen. Aktivierung des Parasympathikus (Vagusnerv) → tiefere Entspannung & Regeneration. Stillpoints (Momente der Stille im craniosacralen Rhythmus) helfen, Überlastungen im System zu lösen.

Körperliche & emotionale Resilienz stärken: Förderung der Selbstheilungskräfte & Anpassungsfähigkeit des Körpers. Lösen von Stressmustern & traumatischen Spannungen im Gewebe. Unterstützung bei Erschöpfung, Burnout, Ängsten & Schlafstörungen.

Verbindung zu innerer Wahrnehmung & Ressourcen herstellen: durch feine craniosacrale Berührungen spüren Klienten ihre eigenen Körperrhythmen & Selbstheilungskräfte bewusster.

Mehr Körperbewusstsein führt zu einem besseren Umgang mit Stress & Emotionen.

Sanfte Reorganisation statt erzwungener Veränderung

Craniosacrale Arbeit drängt dem Körper nichts auf, sondern gibt Raum für natürliche Selbstkorrekturen. Dadurch entsteht ein nachhaltiger, sanfter Heilungsprozess.

3️⃣ Wann ist craniosacrale Arbeit für die Selbstregulation besonders wertvoll?

🔹 Chronischer Stress, Burnout & emotionale Dysregulation
🔹 Schlafstörungen, Angstzustände & Nervosität
🔹 Verdauungsprobleme & vegetative Dysbalancen
🔹 Traumaheilung & Integration von tiefen Spannungsmustern
🔹 Regeneration nach Krankheit oder Unfall

Die Selbstregulation ist der Schlüssel zur Gesundheit. Die Craniosacrale Therapie unterstützt sie, indem sie das Nervensystem ausbalanciert, emotionale & körperliche Spannungen löst und den Körper an seine natürliche Selbstheilung erinnert. Dadurch wird langfristige Stabilität, Ruhe und innere Kraft gefördert.

Ventrikelsystem

Das Ventrikelsystem ist ein zentrales Flüssigkeitsnetzwerk im Gehirn, das mit Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) gefüllt ist. Diese Flüssigkeit schützt das Gehirn, versorgt es mit Nährstoffen und spielt eine wichtige Rolle für das craniosacrale System und den primären respiratorischen Rhythmus (PRM).

Die Craniosacrale Arbeit nutzt sanfte Techniken, um den Liquorfluss zu harmonisieren, Blockaden zu lösen und das Nervensystem zu regulieren.

1️⃣ Aufbau des Ventrikelsystems

Das Ventrikelsystem besteht aus vier mit Liquor gefüllten Hohlräumen im Gehirn:

🔹 Seitenventrikel (1. & 2. Ventrikel) produzieren Liquor in den Plexus choroidei.

🔹 Dritter Ventrikel: zentral zwischen den beiden Thalamus-Hälften gelegen. Verbindung zum Vagusnerv & Hormonregulation (Hypothalamus).

🔹 Vierter Ventrikel: liegt zwischen Hirnstamm & Kleinhirn. Verbindung zum Rückenmark & zur Zirkulation des Liquors im gesamten System.

🔹 Liquorflusswege:

Der Liquor zirkuliert durch den Aquädukt (Sylvius-Kanal) & den Zentralkanal des Rückenmarks. Resorption in den venösen Blutkreislauf über die Arachnoidalzotten.

2️⃣ Bedeutung des Ventrikelsystems für die Craniosacrale Arbeit:

Regulation des Liquorflusses & craniosacralen Rhythmus

Der Liquor pulsiert im craniosacralen Rhythmus, der in der CST erspürt & harmonisiert wird. Blockaden können sich in Spannungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen & neurologischen Symptomen äußern.

Verbindung zum Nervensystem & Hormonhaushalt

Der dritte Ventrikel ist eng mit dem Hypothalamus & der Hypophyse verbunden → Einfluss auf Hormone, Emotionen & Stressregulation. Spannungen im vierten Ventrikel können das autonome Nervensystem (Vagusnerv, Parasympathikus) beeinflussen.

Verbindung zur Traumaheilung & emotionalen Integration: In der Cranio gibt es Techniken zur Entspannung des Ventrikelsystems, die sich positiv auf das emotionale Gleichgewicht & tiefsitzende Spannungen auswirken.

Besonders Stillpoints im Bereich des vierten Ventrikels (CV4-Technik) können zu einer tiefen Neuregulation des Nervensystems führen.

Zusammenhang mit Körperhaltung & faszialen Spannungen: die Ventrikel sind in das Fasziennetz eingebunden, das sich über die Duralmembranen & den gesamten Körper erstreckt. Ungleichgewichte im Liquorfluss können sich auf die gesamte Körperstruktur auswirken.

3️⃣ Wann ist die Arbeit am Ventrikelsystem besonders hilfreich?

🔹 Kopfschmerzen, Migräne & Schädelspannungen
🔹 Schlafstörungen & Stresssymptome
🔹 Vegetative Dysbalancen (Herz-Kreislauf, Verdauung, Nervosität)
🔹 Hormonelle & emotionale Dysregulation
🔹 Traumaheilung & tiefe Entspannung (Stillpoints, CV4-Technik)

Das Ventrikelsystem ist zentral für die craniosacrale Arbeit, da es den Liquorfluss, das Nervensystem & den craniosacralen Rhythmus reguliert. Sanfte Techniken können helfen, Blockaden zu lösen, das Nervensystem zu harmonisieren & emotionale Spannungen zu integrieren.

Herz-Hirn Kohärenz

Die Herz-Hirn-Kohärenz beschreibt einen harmonischen Zustand zwischen Herzrhythmus und Gehirnwellenaktivität, der zu emotionaler Ausgeglichenheit, Stressreduktion und einer besseren Regulation des autonomen Nervensystems führt.

In der Craniosacralen Arbeit spielt die Herz-Hirn-Kohärenz eine wichtige Rolle, da die craniosacrale Rhythmik, das autonome Nervensystem und die emotionale Balance eng miteinander verbunden sind. Durch gezielte Techniken kann die CST dabei helfen, diesen kohärenten Zustand zu fördern.

1️⃣ Was ist Herz-Hirn-Kohärenz?

🔹 Verbindung zwischen Herz und Gehirn: das Herz sendet über den Vagusnerv & elektromagnetische Felder Signale ans Gehirn. Ein gleichmäßiger, harmonischer Herzrhythmus beeinflusst Gehirnwellen positiv und fördert mentale Klarheit & emotionale Balance.

🔹 Herzratenvariabilität (HRV) als Schlüssel zur Kohärenz

Die HRV misst die Anpassungsfähigkeit des Herzens an innere & äußere Einflüsse. Eine hohe HRV = gute Selbstregulation & Resilienz. Eine niedrige HRV = Stress, Erschöpfung & emotionale Dysregulation.

🔹 Einfluss auf das Nervensystem

Ein kohärenter Herzrhythmus reguliert den Sympathikus (Anspannung) & Parasympathikus (Entspannung) optimal. Dies führt zu weniger Stress, besserer Verdauung, ruhigem Schlaf & emotionaler Stabilität.

2️⃣ Bedeutung der Herz-Hirn-Kohärenz in der Craniosacralen Therapie

Regulation des autonomen Nervensystems

Cranio hilft, das Nervensystem auszugleichen, indem es den craniosacralen Rhythmus harmonisiert. Berührungspunkte wie C0/C1 (Schädelbasis) & Herzregion unterstützen die Vagusnerv-Aktivierung & Kohärenz.

Förderung emotionaler Balance & Stressreduktion: sanfte Berührung in der Cranio reguliert die Amygdala (emotionales Zentrum im Gehirn) und reduziert Stress. Viele Klienten berichten nach einer CST-Sitzung von mehr Gelassenheit, Klarheit & emotionaler Entlastung.

Zusammenhang mit Traumaheilung & Resilienz: Herz-Hirn-Kohärenz ist essenziell für die Verarbeitung & Integration von Traumata. Cranio kann helfen, blockierte emotionale Muster zu lösen & den Körper in einen kohärenten Zustand zu bringen.

Verbesserung der Atmung & Zwerchfellentspannung: Kohärenz entsteht durch tiefe, rhythmische Atmung. Durch craniosacrale Arbeit am Zwerchfell, Schädelbasis kann eine verbesserte Atmung gefördert werden.

3️⃣ Wann ist die Arbeit mit Herz-Hirn-Kohärenz besonders wertvoll?

🔹 Bei chronischem Stress, Angstzuständen & Burnout
🔹 Bei emotionalen Blockaden oder Depressionen
🔹 Zur Unterstützung der Traumaheilung & Selbstregulation
🔹 Bei Schlafstörungen & vegetativen Dysbalancen
🔹 Zur Stärkung von Resilienz, Klarheit & innerer Balance

Die Herz-Hirn-Kohärenz ist ein Schlüssel zur ganzheitlichen Gesundheit. Die Craniosacrale Arbeit kann helfen, dieses Gleichgewicht durch sanfte Berührungen, Nervensystem-Regulation und Atemrhythmus-Harmonisierung zu fördern. Dies führt zu tiefer Entspannung, emotionaler Klarheit & nachhaltiger Heilung.

Suturen

Suturen sind die feinen Verbindungen zwischen den Schädelknochen – wie Gelenke, die den knöchernen Teil unseres Kopfes zusammenhalten. Auf den ersten Blick wirken sie fest und unbeweglich. Doch genau hier beginnt aus craniosacraler Sicht das Faszinierende:

 Suturen sind nicht starr. Sie erlauben mikroskopisch kleine, rhythmische Bewegungen, die für die craniosacrale Arbeit von zentraler Bedeutung sind.

In der craniosacralen Arbeit geht man davon aus, dass im Körper ein feiner, lebendiger Puls fließt – der craniosacrale Rhythmus. Er entsteht durch die Bewegung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) und wird über das gesamte craniosacrale System – Schädel, Wirbelsäule, Kreuzbein – spürbar. Die Suturen wirken dabei wie ein sensibles Netzwerk, das diese Bewegungen aufnimmt, weitergibt und reguliert.

Wenn Suturen blockiert oder in ihrer natürlichen Beweglichkeit eingeschränkt sind – durch Geburtserlebnisse, Unfälle oder emotionale Spannungen – kann das den Fluss dieses inneren Rhythmus stören. Die Folge: Unwohlsein, Spannungen im Nervensystem oder tiefere körperlich-seelische Dysbalancen.

In der craniosacralen Arbeit spüren wir genau hier hin: auf diese feinen Übergänge, auf die subtilen Bewegungen der Suturen. Mit sanften Berührungen können sich Blockaden lösen, der Rhythmus findet wieder seinen natürlichen Takt – und der Körper kann in eine tiefere Regulation und Selbstheilung eintauchen.

Die Suturen erinnern uns daran, dass selbst in den festesten Strukturen unseres Körpers Raum, Bewegung und Wandel möglich sind. Sie sind wie Tore zur inneren Balance – wenn wir ihnen zuhören.

©Elmar Meierzedt. Alle Rechte vorbehalten.
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